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Warum eine neue Strategie ?

„Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heute in Städten und hat keine wirkliche Beziehung zu wilden Tieren und Pflanzen.“ (D. Attenborough, 2003) Die erste 1993 veröffentlichte Welt-Zoo-Naturschutzstrategie war getragen von Hoffnung. Es war eine Zeit des Aufbruchs – des Gipfels von Rio, des Übereinkommens über die biologische Vielfalt und der Welt Naturschutz- Strategie. Eine nachhaltige Entwicklung schien eingeleitet und man glaubte, Zoos bräuchten die Tiere nur in eine bessere Zukunft hinüber zu retten. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Der Zustand der Welt hat sich nicht gebessert. Die Umweltbedrohungen steigen und die biologische Vielfalt schwindet. Die letzten zehn Jahre waren von klimatischen Veränderungen, Übernutzung der natürlichen Ressourcen, negativen Auswirkungen von einwandernden Arten und einer weitgehenden Umweltzerstörung geprägt. Ursache ist die Bevölkerungsexplosion. Zu viele Menschen verbrauchen zu viel und lassen anderen Lebewesen nicht genug zum Leben. Die politische Diskussion konzentriert sich aber eher auf Konflikte, Dürrekatastrophen, Hungersnöte und Völkerwanderungen, als auf die wirkliche Ursache unserer Probleme: die Übernutzung der Umweltressourcen. Die Aussichten sind aber nicht nur negativ. Nationale Biodiversitäts- Strategien und Biodiversitäts-Aktions- Pläne wurden entwickelt und Umweltschutzbestimmungen verschärft. Auch die Zoos und Aquarien gehen neue Wege und nehmen erfolgreich an Naturschutz-Aktivitäten teil. Viele Menschen wollen wissen, ob sie Zoos unterstützen sollen oder nicht. Sie fragen sich: Warum gibt es Zoos? Was ist ihre gemeinsame Philosophie und ihr Zweck? Kurz, wozu sind Zoos und Aquarien gut? „Zoos und Aquarien für Naturschutz“, die im Mai 2005 veröffentlichte Welt- Zoo- und Aquarium-Naturschutzstrategie gibt Antworten auf diese Fragen. Zoos und Aquarien müssen Naturschutzzentren sein. Nur sie, zusammen mit botanischen Gärten, können das ganze Spektrum der Naturschutzaktivitäten abdecken, von der Ex-situ-Zucht bedrohter Arten, über Forschung, Bildung, Beratung bis hin zum In-situ-Schutz für Arten und Lebensräume. Heute versucht man, die begrenzten Mittel für Naturschutz auf Zentren der biologischen Vielfalt zu bündeln. Diese Zentren liegen zumeist in Gebieten, in denen auch für die dort lebenden Menschen eine positive Entwicklung beginnen muss. Ohne eine nachhaltige Nutzung unserer Welt kommen wir nicht weiter. Zoos und Aquarien müssen Naturschützer, Lehrer, Wissenschaftler und Verbündete für einen politischen Wechsel werden. Sie müssen Teil der Naturschutz-Bewegung sein. Die jährlich über 600 Millionen Zoo- und Aquarienbesucher können einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung von Naturschutzmassnahmen leisten. Die neue Strategie richtet sich an alle Mitglieder der Welt-Zoo- und Aquariengemeinschaft, nicht nur an WAZA-Mitglieder. Es ist Zeit für die Zoos und Aquarien, nicht mehr abzuwarten, sondern zu handeln!

Download WZANS (Weltzoo-Aquarium Naturschutzstrategie)
Download WZANS Kurzfassung 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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