Impressum/ Kontakt
Institutionen / Zooschulen
Zoopädagogik

Amphibien
Gorillas
Biodiversität
EAZA Menschenaffen

Vorträge
Termine
Links
Begegnung Zoo
Zoos zwischen den Fronten
Amphibienheft
Welt-Zoo-Naturschutzstrategie
Materialien
EAZA Strategie
Bildung für Naturschutz
Mitglied in
IZE
WAZA
EAZA
Downloads
Kampagnen
Infos
header

Warum die Saola?

Erst 1993 in Zentral-Vietnam entdeckt, ist die Saola (Pseudoryx nghetinhensis) eine der spektakulärsten zoologischen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts. Die einzig vergleichbare Entdeckung war die des Okapi (Okapia johnstoni) 100 Jahre zuvor in Zentralafrika. Okapi und Saola sind in mehrfacher Hinsicht vergleichbar: sie sehen unverwechselbar aus, leben einzeln im tiefen tropischen Regenwald und wurden der Außenwelt erst sehr spät bekannt. Die Saola ist deutlich bedrohter als das Okapi. Die Saola ist in der Annamitische Gebirgskette von Laos und Vietnam endemisch, d.h. sie kommt nirgends sonst vor. Seit ihrer Entdeckung hat sie den Status „vom Aussterben bedroht“ (2010 IUCN Red List), vor allem wegen intensiver Jagd in ihrem Lebensraum. Wegen der heimlichen Lebensweise der Saola und unzureichender Forschung sind präzise Schätzungen ihres Bestandes nicht möglich, wahrscheinlich gibt es zwischen 10 und 400 Individuen.
Die Saola ist heute eines der am stärksten bedrohten Säugetiere der Welt, vergleichbar nur mit den beiden südostasiatischen Nashörnern.

Es gibt kaum ein anderes Tier in der Welt, dass die Kombination von drei Besonderheiten mit der Saola teilt:
1. Der Grad der Gefährdung („vom Aussterben bedroht“, das ist die letzte Stufe der Bedrohung in der Roten Liste der IUCN vor „Ausgestorben“), und es gibt keine „Reservepopulation“ in Menschenhand.
2. Die genetische Einzigartigkeit: Sie ist die einzige Art ihrer Gattung, und wahrscheinlich zu Recht eine eigene Unterfamilie innerhalb der Rinder (Bovidae), es gibt nur wenige Fälle, dass eine ganze Gattung in den Roten Listen als „vom Aussterben bedroht“ geführt wird.
3. Kaum jemandem ist klar, dass Naturschutzmaßnahmen notwendig sind (die Saola ist stärker gefährdet als andere große Säugetiere in Asien, für die mehr Mittel aufgewendet werden, wie z.B die Tiger (Panthera tigris), die Asiatischen Elefanten (Elephas maximus), den Großen Panda (Ailuropoda melanoleuca) oder die Orang-Utans (Pongo spp) .
Es gibt zwei zwingende Gründe, den Schutz der Saola zu unterstützen:

1. ES BESTEHT HOFFNUNG:
Die meisten gefährdeten Landwirbeltiere in Südostasien sind vor allem durch den Wildtierhandel bedroht, sei es zum Verzehr oder für die traditionelle asiatische Medizin (z. B., Schildkröten, Schlangen, Schuppentiere, Nashörner, Affen, Bären, Großkatzen, etc., etc.) oder in Kombination von beidem, als "Tonic Food". Ironischerweise ist die Saola eines der wenigen großen Tieren in der Region, auf das kein „Kopfgeld“ gesetzt ist. Die Chinesen kannten die Saola nicht und deshalb kommt sie nicht in der traditionellen Medizin vor. Das gibt große Hoffnung und die Chance, das Tier zu erhalten. Anders als bei den Nashörnern, sind die Wilderer nicht auf die letzte Saola scharf. Allerdings sind die Jagdmethoden, die von vielen Wilderern angewandt werden, nicht zielgenau und viele Saolas verenden in Schlingen, die für andere Tiere ausgelegt wurden.

2. Die Annamitische Gebirgskette:
Die Heimat der Saola ist eines der bemerkenswertesten und wichtigsten Ökosysteme der Welt. Seit Entdeckung der Saola sind darin mindestens eine neue Gattung von Hirschen (Muntiacus), das Annamitische Streifenkaninchen (Nesolagus timminsi), mehrere Vögel und eine Säuger-Familie (Diatomyidae), die als vor Millionen Jahren ausgestorben galt, gefunden worden. Neben der Fülle von seltenen bereits bekannten Säugetieren sind in dem Gebiet (oder in der Nähe) weitere Entdeckungen gemacht worden, z.B. drei Arten von Languren (Schlankaffen), Kleideraffen (Pygathrix ssp.), der Tonking Scharzlangur (Trachypithecus francoisi), zwei Arten des weißen Schopfgibbon (Nomascus leucogenys) und (N. siki), und eine bemerkenswerte Zibetkatze (Civet Chrotogale owstoni), die weltweit keine näheren Verwandte hat.

Die Annamitische Gebirgskette ist auch reich an endemischen höheren Pflanzen, Vögeln und Fischen. Mit dem erfolgreichen Schutz der Saola, als Flaggschiff-Art, werden in den Annamiten Tausende von anderen Arten geschützt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es für jeden Einzelnen und jede Institution, die einen entscheidenden Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt unserer Erde leisten will, keine bessere Investition als die in die Saola gibt.

Bis dato hat der Schutz der Saola vor allem aus gut gemeinten, aber unkoordinierten kurzfristigen und unter Geldnot leidenden Versuchen bestanden.
Das ist nicht der richtige Weg, wenn wir unsere Kräfte bündeln, können wir das Aussterben der Saola verhindern,
Auf dem ersten Treffen der IUCN / SSC Saola Arbeitsgruppe im August 2009, in Vientiane, in Laos, wurden die Prioritäten für die Erhaltung der Saola benannt.
Es sind fünf:
1. Schutz:
sofortiger Schutz wichtiger Saola-Standorte, insbesondere das Einsammeln von Fallen (Drahtschlingen)
2. Forschung:
Oberste Priorität hat die Entwicklung einer Methode, mit der man effizient und zuverlässig die Saolas im Freiland aufspüren kann (es gibt noch keine Methode, mit der man Spuren oder Kot von Saolas von anderen Huftieren unterscheiden kann; und Kamera-Fallen sind sehr teuer.
3. Sensibilisierung:
Wichtig ist es, Kontakte zu internationalen Geldgebern, Naturschutzorganisationen, den Anwohnern in den Saola-Gebieten und zu Regierungsvertretern zu knüpfen.
4. Aus- und Fortbildung:
Man muss junge einheimische Naturschützer (Laos und Vietnam) für den Schutz der Saola gewinnen und ausbilden.
5. Spenden sammeln:
Geld wird gebraucht, um die anderen vier Prioritäten umzusetzen.
Noch bleibt ein Zeitfenster, um dieses außergewöhnliche Tier zu retten, aber wir müssen schnell und gemeinsam handeln.

Wenn Sie mehr erfahren wollen, hören Sie sich ein Interview mit William Robichaud, dem Koordinator der IUCN/SSC Saola Arbeitsgruppe an:
http://www.santaferadiocafe.org/podcasts/?p=976

zurück

zur Kampagnen-Site (englisch)