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Der Zoo als Bildungseinrichtung

Die Aufgaben der Zoopädagogik in modernen wissenschaftlich geleiteten Zoos,
Argumentations- und Entscheidungshilfen zur Einrichtung einer zoopädagogischen Abteilung
.

Moderne wissenschaftlich geleitete Zoos [1] sehen eine ihrer Hauptaufgaben in der Bildung.
Die Welt-Zoo-Naturschutzstrategie bestimmt die Zoopädagogik zu einem unentbehrlichen Hilfsmittel der Schutzbemühungen der Zoos.
Der Bildungsauftrag der Zoos wird zunehmend auch rechtlich festgeschrieben (z.B. in EG-Richtlinien [2]), dazu kommen Selbstverpflichtungen nationaler und internationaler Zooverbände (EAZA, IUDZG, VDZ [3]). Außerdem werden Zoos mehr und mehr in Lokale Agenda 21 – Prozesse [4] eingebunden.
Hatten früher Menagerien das Ziel, Tiere auszustellen, so haben heute wissenschaftlich geleitete Zoos das Ziel, zu zeigen, wie Tiere leben, um die Menschen auf die Notwendigkeit der Naturschutzes aufmerksam zu machen. 

Arbeitsbereiche der Zoopädagogik

Seit den Anfängen der Zoopädagogik haben sich ihre Aufgabenbereiche vervielfacht. Es gehören heute dazu:

1) Arbeit mit Zoobesuchern (im direkten Kontakt)

a) Schule und Ausbildung (Zoounterricht im engeren Sinne)

  • Schulklassen (aller Schulformen)
  • Kindergartengruppen
  • Studentengruppen
  • Seminargruppen (Referendare)
  • Lehrer-/Erzieherfortbildungen
  • Beratung von Lehrern für den eigenständigen Unterricht

b) Sonstige Gruppen (Seminare, Führungen etc.)

  • Fördervereine
  • Betriebsausflüge
  • Vereine und private Gruppen

c) Informationen für Einzelbesucher (z.B. Moderation am Gehege, Infostände u.ä.)

d) Durchführung von Ferien- und Freizeitaktivitäten

g) Arbeit mit Gruppen außerhalb des Zoos, die den Zoo nicht besuchen können z.B. Altenheim, 

 2) Arbeit an Informationsmaterialien

  • Unterrichtsmaterialien
  • Zooführer/ Kinderzooführer u.a. Informationsmaterialien des Zoos
  • Beobachtungsspiele wie Zooquiz, Fabeltiere u.a.
  • Gehegebeschilderung
  • Erstellung von audiovisuellen und interaktiven Medien ( Video, CD-Rom, Homepage)
  • Zusammenarbeit mit anderen Instituten zur Medienerstellung (Stadtbildstelle u.ä.)
  • Veröffentlichungen

3) Arbeit am Zoo-Image

a) Vermitteln zwischen den Besuchern und der Einrichtung Zoo

  • Darstellen der Zoostrategie
  • Ermitteln und Weitergeben von Besucherreaktionen

b) Mitwirken an der Planung von Gehegen, bei der Tierauswahl und am Zookonzept

Der direkte Kontakt mit den Zoobesuchern ist der effektivste Weg der Informationsvermittlung, aber auch der zeitintensivste. Diese vielfältigen Aufgaben können nicht von einer Person bewältigt werden.
Somit ergibt sich die Notwendigkeit einer zoopädagogischen Abteilung.

Die Zoopädagogische Abteilung

Die zoopädagogische Abteilung ist den anderen Abteilungen im Zoo gleichgestellt. Der Kurator/die Kuratorin für Zoopädagogik hat Zugang zu den Informationen des Zoos und Mitspracherecht.
Für eine zukunftsweisende Zoopädagogik sollte folgende Ausstattung der Abteilung angestrebt werden:

1) Personell:

  • mindestens eine feste Vollzeitstelle (Kurator/in)
  • abgeordnete Lehrer/innen verschiedener Schultypen
  • weitere Mitarbeiter aus dem Zoo
  • freie Mitarbeiter (z.B. Zoobegleiter)

2) Materiell:

  • eigene bedarfsgerechte Räume (Unterricht, Büro, Sammlungen)
  • bedarfsgerechte technische Ausstattung für Büro- und Unterrichtsbereich
  • eigener Personal- und Sachetat
  • Fortbildungsmöglichkeiten

Forderungen an die Ausbildung

1) Kurator/in: abgeschlossenes Hochschulsstudium der Fachrichtung Biologie oder der Pädagogik mit dem Fach
Biologie und vergleichbare Ausbildungen

2) Weitere Mitarbeiter für die zoopädagogische Arbeit mit Besuchern sollen ihrem Aufgabenbereich entsprechend qualifiziert sein oder werden.
Alle Mitarbeiter von Zoos müssen berücksichtigen, daß ihr Handeln, Auftreten und ihre Arbeit einen Eindruck beim Besucher hervorrufen, daß also auch sie zoopädagogisch tätig sind. Dieser Eindruck muß bedacht und geplant werden, die zoopädagogische Zielsetzung muß Teil des Zookonzepts sein.   

[1] im Sinne der Welt-Zoo-Naturschutzstrategie
[2 ] z.B.: Richtlinie 1999/22/EG des Rates vom 29.03.99 über die Haltung von Wildtieren im Zoo
[3] EAZA European Association of Zoos and Aquaria – Education Standards In Member Zoos
Verband Deutscher Zoodirektoren – Anhang zur Satzung des VDZ zu den Aufgaben und Zielsetzungen Zoologischer Gärten
[4] Agenda 21: Aktionsprogramm für nachhaltige Entwicklung der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de
Janeiro

 

 

 

 

 

 

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